Ich mach mir ein Bild von Dir

Verkrampfte Portraits sind out!
Mit dem Feeling für die passende Gestaltung und technisch perfekt gelingen tolle Momentaufnahmen.
Mit Bildern von Freunden und Bekannten schlagen Sie der Vergänglichkeit ein Schnippchen.
Diese Fotos sind sowohl Zeitdokument als auch subjektives Abbild.
Portraits können zeitlos wirken, man denke beispielsweise nur an die SWFotografie.
Sie können aber auch den Zeitgeist widerspiegeln:
durch das Outfit, die Wahl der Farben oder dem Ambiente.
Dann erst nimmt der spätere Betrachter teil an dem Zusammensein.

Der Fotograf bestimmt die ästhetischen und formalen Inhalte.
Er stützt sich auf seine Beobachtungsgabe und filtert mit Hilfe der Kamera das Typische heraus.
Er wählt einen hohen oder niedrigen, nahen sowie fernen Kamerastandpunkt.
Der Ausschnitt durch die Brennweite grenzt das Unwichtige aus, schält die Wesenszüge des Menschen heraus.
Mit der Perspektive schaffen Sie die räumliche Illusion, die den Bildraum zu staffeln vermag.
Achten sollten Sie unbedingt auf den passenden Hintergrund!
Das Bildformat gibt den äußeren Rahmen vor, in dem Sie durch den Bildaufbau die richtige Ordnung der Bildelemente zusammensetzen.
Ob subjektiv verklärt oder objektiv arrangiert, Porträts benötigen Licht in guter Qualität.
Nur so läßt sich die Beleuchtung als weiteres Gestaltungsmittel für das Volumen und die Tiefenwirkung mit einbeziehen.

Der Film als Stimmungsmacher

Nicht wenige wichtig ist die Suche nach der richtigen Umgebung, auch Location genannt. Die Wahl der Accessoires bestimmt ebenso die Wirkung des Bilds; sie sollte immer möglichst zurückhaltend ausfallen.
Aber auch der Film in der Kamera trägt in sehr großem Maße dazu bei, wie und auf welche Weise ein Porträt letztendlich ausfallen kann.

Hier hat der Fotograf ohne Frage den größten Fundus an technischen Einflußmöglichkeiten.
Bei spärlicher Beleuchtung kann ein höchstempfindlicher Film durch seine stärkere Körnigkeit einen impressionistischen Touch geben, spezielle "Portrait"Filme wiederum garantieren ein Optimum an Hauttonwiedergabe und Kontrast.
Andere Emulsionen wiederum lassen poppige Farbigkeiten entstehen, und der Verzicht von Farbwerten (SW-Filme) gilt als der Klassiker unter den PorträtFilmen, mit steigender Tendenz.

So kommt man sich näher

Porträts sollten persönlich wirken und deutlich die Charakterzüge transportieren.
Hierzu spürt der Fotograf auf, beobachtet und reflektiert seine spontanen Beobachtungen. Er ist auf der Suche nach dem einzigartigen Moment.
Den kann er mit Geduld und Einfühlungsvermögen herausschälen.
Nicht umsonst gilt auch bei den Profis: Die ersten Bilder sind für's Aufwärmen.
Erst wenn sich Modell und Fotograf aufeinander einlassen, entstehen Möglichkeiten der individuellen Dramaturgie.
Die Konzentration auf das Wesentliche verdichtet die Bildaussage.

Im banalsten aller Sinne bedeutet dies: Ran an das Motiv.
Nicht der verschämte Blick durch das Supertele wird den Kontakt schaffen, sondern die räumliche Annäherung.
Nicht umsonst rücken einige Fotografen immer öfter den Menschen vor ihrer Kamera eng auf den Leib, verwenden kürzere Brennweiteneinstellung als in der klassischen Fotografie vorgegeben.
Sie setzen die dynamische Bildwirkung bewußt als Gestaltungskomponente ein.

Anders die Situationen, bei denen man das Motiv klar vom Hintergrund trennen will, vor allem bei Außenaufnahmen.
Dann helfen längere Brennweiteneinstellungen (ab 120 mm).
Wenig abgeblendet, verschwimmt der Hintergrund zart und diffus.
Je näher das Modell zur Kamera steht und je länger die Brennweite ausfällt, desto intensiver ist dieser sehr reizvolle Effekt.

Weiche Welle

Mit Hilfe von Softfiltern kann der Porträtfotograf eine sehr viel angenehmere Hautwiedergabe erreichen.
Der Weichzeichnervorsatz, auch SoftImage, Weichzeichner, Softar, FogFilter, Diffuser, Dreams oder Pastell genannt, erreicht auf seine eigene Weise eine Reduzierung des Gesamtkontrasts.
Die Blendenöffnung regelt, wie stark die "Ungleichmäßigkeiten" der Filteroberfläche die Lichtstrahlen aus ihrer eigentlichen Bahn lenken.
Der Überstrahlungseffekt ist mit geöffneter Blende am größten und reduziert sich mit kleiner werdender Öffnung.

Bessere Porträts mit der Digitalkamera!

Bei Porträts mit Chipkameras (wie Agfa ePhoto 780 und 1280) sollten Sie zusätzlich einige Tips berücksichtigen.
Vor allem für die Sucherkameras gilt:
Große Lichtkontraste unbedingt meiden!
Nicht ins direktes Sonnenlicht fotografieren!
Großen Abstand zum Modell möglichst umgehen!
Nicht bei sehr wenig Licht ohne Blitz fotografieren!
Porträts nicht im Makromodus aufnehmen!
Bei Schnappschüssen die Auslöseverzögerung berücksichtigen!
Schnelle Serien gelingen aufgrund der nötigen Speicherzeit der meisten Modelle zwischen den Belichtungen nicht!
In der Dämmerung Kamera aufstützen, sonst kommt zu den verrauschten Aufnahmen noch die Verwacklungsunschärfe hinzu!